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Jamie Jackson war US-amerikanischer Hufschmied, der mit dem Resultat des Beschlags nicht zufrieden war. Er studierte die Hufe wild lebender Pferde in den USA. Sein daraus abgeleitetes Bearbeitungskonzept war so erfolgreich, dass er auf Beschlag zukünftig komplett verzichten konnte. Bei seinen Studien stellte er fest, dass die Hufqualität bei Mustangs, die von der BLM (Bureau of Land Management) gefangen und in großen Gehegen gehaltenen worden waren, innerhalb Wochen schlechter wurde.
Schlussfolgerungen
- Die Hufe von gehaltenen Pferden unterscheiden sich im Potential nicht von den wild lebender Pferde.
- Würden gehaltene Pferde in die freie Wildbahn entlassen, würden deren Hufe so gut wie die der Mustangs (die irreparabel geschädigten mal ausgenommen).
- Würden gehaltene Pferde dasselbe Verhalten wie wild lebende zeigen, hätten sie super Hufe.
- Das Pferd muss sich fortwährend bewegen (auch geistig), um seine körperliche und geistige Gesundheit zu erhalten.
Verhalten wild lebender Pferde
Das Verhalten wild lebender Pferde kann eingeteilt werden in gewöhnliche, alltägliche Aktivitäten, Routinen und in außergewöhnliche, seltene Aktivitäten. Für die gewöhnlichen wendet ein Pferd ungefähr 95 % seiner Zeit auf. Die restlichen etwa 1 ¼ Stunden pro Tag braucht es für das außergewöhnliche. Diese Regel sollte beherzigt werden. Jamie Jackson tendiert dazu, Aktivitäten wie Reiten usw. zu den gewöhnlichen zu zählen.
Gewöhnliches Verhalten
- Im-Schritt-Gehen: Um die gewöhnlichen Dinge zu tun, 15 – 30 km pro Tag (Die Hufpumpe ist in diesem Zusammenhang sehr wichtig!)
- Behaglichkeit-Steigern: Sonnen, Dösen, Unterschlupf-Suchen, Lecken, Schuppern, Kratzen, Knabbern, Wälzen, Sich-Gegenseitig-Beknabbern,...
- Verständigung: Schnauben, Wiehern, Wittern, Duftmarken-Absetzen, ...
- Urinieren, Kot-Absetzen
- Reproduktiv: Sich-um-Fohlen-Kümmern (Stute und „Tanten“)
- Erholung: Dösen, Schlafen
- Soziale-Bindungen-Pflegen: innerhalb der Herde
- Gebiet-Abstecken
- Neugierde-Befriedigen
- Ernährung: Fressen (12 – 18 h/d), Saufen, Säugen
Außergewöhnliches Verhalten
- Angstreaktionen: Alarmierung, Flucht, Kampf gegen andere Herden, Kampf gegen Raubtiere
- Kot-Fressen
- Dominanz: Rangordnung-Festlegen
- Verständigung: Trompeten, mit anderen Tierarten
- Spielen: alleine oder zu mehrt
- Die Geburt betreffend
- Reproduktiv: Decken, Kampf um die Herde
- Neugierde-Befriedigen
- Soziale-Bindungen-Pflegen: zu Pferden außerhalb der Herde, außerartlich
Weitere Beobachtungen
- Pferde gruben mit den Hufen kreidiges Kalzium aus, zermahlten es mit den Zähnen (Zahnpflege, Kalzium-Aufnahme?)
- Pferde fraßen hauptsächlich trockene Gräser und Hülsenfrüchtler (Leguminosen) vermutlich weil halt auch kaum frisches Grünzeug zur Verfügung stand
- Pferde nutzen immer wieder dieselben Pfade, Wege und Strecken
- Zum Abfohlen trennt sich die Stute ein kurze Strecke von der Herde in eine kleinen privaten Bereich. Allenfalls eine weitere Stute ist zu gegen
- Pferde fraßen von der Rinde von giftigen Pflanzen wie Vogelbeere... (vielleicht antiparasitische Wirkung)
- Gelegentlich nehmen Pferde Kot auf, wenn sie die untere Beinpartien pflegen. Da der Parasitendruck in freier Wildbahn klein sein dürfte, ist dies wohl kein Problem.
- Pferde wälzen sich in Sand, Staub, Schlamm und Wasser (im Winter letztere nicht). (vielleicht gegen Ektoparasiten)
Prinzipien zur Umsetzung
- Aufgabe, eine Umgebung zu schaffen, wo das natürliche Verhalten der Pferde ausgelöst wird.
- Ausprobieren, beobachten, anpassen
- Die natürliche Umgebung eines wild lebenden Pferdes nachbilden, um das natürliche Verhalten anzuregen.
Quellen
- Jackson, J.: Paddock Paradise A Guide to Natural Horse Boarding, 2006
- Taylor, W.: American Ferriers Journal, November 2000
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